Unsicher über Ihre Händigkeit oder die Ihres Kindes?
Eine genaue Klärung kann Ihnen wertvolle Lebensenergie sparen und hilft, die richtige Hand für optimale Leistung im Alltag zu finden. Erfahren Sie mehr und entdecken Sie, wie eine Abklärung zu mehr Klarheit und Selbstbewusstsein führen kann!
Unsere Leistungen:
- Anamnesegespräch: Unter Berücksichtigung der familiären Händigkeitshistorie
- Händigkeitsabklärung: Durchführung mit Videodokumentation
- Auswertung: Besprechung der Testergebnisse im anschließenden Gespräch
- Bericht: Erstellung eines ausführlichen, qualifizierten und standardisierten Berichts
Händigkeitsabklärung
S-MH nach der Sattler-Methodik
- Anamnesegespräch,
- Test,
- Beratung zum Ergebnis,
- Testbericht
Warum ist es so entscheidend wichtig, die richtige Hand zu benutzen?
Ob ein Mensch Linkshänder oder Rechtshänder ist, ist angeboren.
Das Gehirn ist in zwei Gehirnhälften geteilt: in eine rechte und eine linke. Unsere beiden Gehirnhälften sind nicht symmetrisch. Eine ist stärker ausgeprägt und fungiert besser. Natürlich denken wir nicht nur mit einer Gehirnhälfte. Unser Gehirn ist ein gigantisches Netzwerk an Nervenzellen mit komplexen Verschaltungssystemen. Das menschliche Gehirn ist überwiegend kontralateral organisiert. Das heißt, die Nervenfasern kreuzen in ihrem Verlauf zur Gegenseite. Die linke Gehirnhälfte steuert die Motorik der rechten Körperseite und die rechte Gehirnhälfte steuert die Motorik der linken Körperseite.
Dieses Wissen ist entscheidend wichtig, besonders bei so einem hoch komplizierten Prozess wie dem Schreiben. Die Dominanz der Gehirnhälften kann nicht umerzogen werden. Die Anatomie und die Wissenschaft sagen, dass es keine „Beidhänder“ geben kann.
Das heißt, wenn jemand rechtshirnig ist und mit der rechten Hand schreibt, steuert weiterhin die rechte Gehirnhälfte den Schreibprozess. Das Gehirn wird überlastet und es kommt zu Komplikationen. Man spricht von Umschulung der Händigkeit.
Was bedeutet Umschulung der Händigkeit?
Johanna Barbara Sattler: „Die Umschulung der Händigkeit ist ein Eingriff in das Gehirn und der setzt sich fort. Eine Umschulung der Händigkeit ist das Trainieren eines Linkshänders auf seine rechte Hand zu Schreiben und manchmal auch weitere Tätigkeiten. Es findet auch eine Umschulung bei Rechtshändern statt, die mit ihrer linken Hand schreiben. Dies ist allerdings selten.“
Umschulungsfolgen:
- Gedächtnisstörungen (besonders beim Abrufen von Lerninhalten)
- Konzentrationsschwierigkeiten (schnelle Ermüdbarkeit)
- Legasthenische Probleme (Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten)
- Raum-Lage-Labilität (Links-Rechts-Unsicherheit)
- Feinmotorische Störungen (die sich z.B. im Schriftbild äußern)
- Sprachstörungen (Stammeln bis zum Stottern)
Diese Primärfolgen können sich dann in unterschiedliche Sekundärfolgen umsetzen:
- Minderwertigkeitskomplexe
- Unsicherheit
- Zurückgezogenheit
- Überkompensation durch erhöhten Leistungseinsatz
- Trotzhaltungen, Widerspruchsgeist, Imponier- und Provokationsgehabe
- Unterschiedlich ausgeprägte Verhaltensstörungen
- Bettnässen und Nägelkauen
- Emotionale Probleme bis ins Erwachsenenalter mit neurotischen und/oder psychosomatischen Symptomen
(Quelle: Sattler 1995, S. 53)
Auffälligkeiten im Kindergarten, die auftreten können:
- Das Kind verwendet häufig die linke Hand vor Eintritt in den Kindergarten
- Im Kindergarten verwendet das Kind mehr und mehr die rechte Hand und wechselt die Händigkeit
- Feinmotorische Tätigkeiten werden vermieden wie Malen, Basteln, Schleife zubinden, Geschicklichkeitsspiele
- Das Kind benötigt verstärkt Zeit in verschiedenen Tätigkeitsfeldern
- Es wirkt ungeschickt, z.B.: Tassen fliegen oft um, Hinfallen
- Schreibt in Spiegelschrift seinen Namen oder vereinzelte Buchstaben
- Kann demotiviert sein, weil Tätigkeiten nicht so gelingen wie sich das Kind es vorgestellt hat. Das kann sich auch in Wutausbrüchen oder einer Form von Angepasstsein widerspiegeln
- Bettnässen, Schielen, Augenzwinkern oder Nägelkauen kann auftreten
- Ein plötzliches Stottern kann auftreten, welches auch wieder plötzlich verschwindet
Schwierigkeiten, während der Grundschule die auftreten können:
- Die Schrift zu formen fällt schwer
- Der Stiftdruck ist unregelmäßig, mal zu stark und mal zu schwach
- Die Hand wirkt statisch beim Schreiben
- Die Schrift wirkt mal zu groß und mal zu klein, Zeilen werden nicht eingehalten
- Verlangsamt beim Schreiben mit einer gewissen Unlust
- Schönschrift verlangt verstärkt Zeit
- Die Kinder können sich nicht so lange konzentrieren und sind leicht ablenkbar, sie machen kleine Denkpausen, dadurch kann auch die Hausaufgabenzeit sehr lange werden
- Legasthenische Probleme, wie verdrehen von einzelnen Buchstaben (b,d,g,p) oder vertauschen der Reihenfolge (Raum-Lage-Labilität)
- Bei Diktaten Auslassungsfehler, die bei steigender Textmenge mehr werden
- Die schulischen Leistungen stimmen nicht mit der Einschätzung der Eltern und dem Intelligenzniveau überein
- Zurückgezogenheit
- Anfälligkeit für Verletzungen
- Dem Kind fällt es immer noch schwer, geschickt zu essen mit Messer und Gabel
Zunehmende Probleme treten dann in der Realschule und auf dem Gymnasium auf:
- Prüfungsangst, trotz Lernen kann der Inhalt nicht reproduziert werden
- Herabgesetztes Selbstwertgefühl
- Psychosomatische Störungen
- Versuch durch erhöhten Leistungseinsatz die Schwierigkeiten zu kompensieren
- Das Schreiben ist immer noch sehr langsam und unleserlich, der Schreibfluss ist unterbrochen und die Schrift ist eine Mischung aus Druckbuchstaben und Schreibschrift
- Entwickeln von zwei Handschriften: eine saubere, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, und eine, die schneller funktioniert aber sehr unleserlich ist
„Eine Umschulung der Händigkeit bedeutet, dass täglich bis zu 30% Mehraufwand geleistet werden muss als bei einem Menschen, der seine angeborene Händigkeit lebt.“
Rückschulungsbegleitung bei Kindern und Erwachsenen
Dieser individuell angepasste Prozess kann ein bis zwei Jahre dauern. Zu Beginn sind wöchentliche, intensive Sitzungen erforderlich. Im weiteren Verlauf werden die Treffen seltener und die Abstände zwischen den Sitzungen verlängert.
Rückschulungsbegleitung
bei Kindern
Rückschulungsbegleitung
bei Erwachsenen
Rückschulungsbegleitung bei Kindern und Erwachsenen
Das Ziel der Rückschulung ist es, die Folgen einer Umschulung abzubauen, die linke Gehirnhälfte zu entlasten und die rechte Gehirnhälfte für eine effektivere und ergonomischere Arbeitsweise zu trainieren. Dabei wird ein bereits im Gehirn etabliertes System außer Kraft gesetzt.
Ein wesentlicher Bestandteil der Rückschulung ist die Schreibberatung, um von Anfang an eine ergonomische Schreibweise zu erlernen. Ebenso ist eine kontinuierliche Begleitung während des gesamten Prozesses von großer Bedeutung. Wichtige Faktoren dabei sind:
- Alter: Das Alter der betroffenen Person spielt eine Rolle im Rückschulungsprozess.
- Ausgeprägtheit der Umschulungsfolgen: Es ist wichtig, die Umschulungsfolgen der betroffenen Person und deren Ausprägung zu kennen.
- Beidhändige Tätigkeiten: Es sollte abgeklärt werden, welche Tätigkeiten die betroffene Person beidhändig durchführt.
- Überzeugung und Motivation: Die betroffene Person muss von der Rückschulung überzeugt und motiviert sein. Sie muss den Mehrwert der Rückschulung erkennen und verstehen, dass eine Umstrukturierung des Gehirns Denkprozesse und Handlungsplanungen vereinfachen kann.
- Integration der Übungsaufgaben in den Alltag: Die Übungsaufgaben sollten in den Alltag integriert werden können. Die betroffene Person muss in der Lage sein, sich täglich ein Zeitfenster für die Durchführung der Aufgaben freizuhalten.
- Soziales Umfeld: Ein unterstützendes soziales Umfeld ist wichtig für den Rückschulungsprozess.
- Psychische Stabilität: Die betroffene Person sollte psychisch stabil sein, um eventuelle Rückschläge während des Prozesses zu bewältigen.
Diese Aspekte sind entscheidend für den Erfolg der Rückschulung.
Grafomotorische Förderung: Schreiben mit der linken Hand
Individuelle Beratung und Unterstützung beim Schreiben mit der linken Hand. Möchten Sie Ihre Schreibhaltung, das Schriftbild oder das Schreibtempo verbessern?
Rückschulungsbegleitung
bei Kindern
Rückschulungsbegleitung
bei Erwachsenen
Grafomotorische Förderung: Das Schreiben mit der linken Hand
Das Schreibenlernen mit der linken Hand ist für viele Kinder eine große Herausforderung. Oft fehlen ihnen Vorbilder, von denen sie die richtige Schreibweise übernehmen können, da ihre rechtshändigen Eltern Schwierigkeiten haben, dieses Wissen zu vermitteln. Viele erwachsene Linkshänder verwenden selbst eine ungünstige Haltung beim Schreiben, was die Situation weiter erschwert.
In Kindergärten und Schulen fehlt es häufig an notwendigem Material wie speziellen Schreibunterlagen, und Erzieher sowie Lehrer sind oft nicht ausreichend darauf vorbereitet, linkshändigen Kindern das Schreiben beizubringen. Auch mangelt es oft an der nötigen Zeit, sich intensiv mit dieser Problematik auseinanderzusetzen.
Ein weiteres Problem ist, dass immer weniger Vorschulkinder eine ergonomisch korrekte Stifthaltung einnehmen können, obwohl viele bereits ihren Namen schreiben können. Wenn linkshändige Kinder nicht richtig lernen zu schreiben, können daraus nicht nur Haltungsprobleme, sondern auch Lernschwierigkeiten resultieren.
Es ist dringend erforderlich, Maßnahmen zu ergreifen, um linkshändige Kinder besser zu unterstützen und ihre schulische sowie ergonomische Entwicklung langfristig zu fördern, besonders in Bezug auf die Haltung und Technik beim Schreiben.